Fußball-Ausbildungskonzept des FV Wiehl 2000

Die Jugend-Philosophie des FV Wiehl 2000
Das Soziale Konzept der Jugendabteilung des FV Wiehl 2000

Soziale Arbeit

Der Verein versteht sich als Alternative zur zunehmenden Individualisierung und „Vereinsamung“ der Kinder und Jugendlichen. Der im Verein ausgeübte Sport stellt -in Ergänzung zu Schule und Familie- stärker denn je ein wesentliches Element zum Erlernen sozialer Komponenten dar. Der Sinn des Sports besteht für Kinder und Jugendliche nur vordergründig allein in einem körperlichen Ausgleich für das erzwungene lange Sitzen im Unterricht, beim Lernen und vor den elektronischen Medien.
Genauso wichtig wie die Gesundheitsvorsorge ist die Rolle des Mannschaftssports inzwischen im Bereich der Pflege und Förderung des Gemeinschaftsgedankens und des sozialen Miteinanders. Sport ist wesentlicher Imagefaktor für die Kinder/Jugendlichen, ein wichtiges Element der Prävention und Integration und fördert ihre ganzheitliche Entwicklung in physischer, psychischer und sozialer Hinsicht. Hier kommen Kinder/Jugendliche jeder Gesellschaftsschicht, Nationalität und Hautfarbe zusammen und arrangieren sich für ein gemeinsames Ziel. Hier lernen Kinder traditionell einen Platz in einer Gemeinschaft zu finden, einen Platz, der ihren Möglichkeiten und Wünschen entspricht. Und hier lernen sie sich gegen andere Kinder mit „friedlichen“ Mitteln durchzusetzen. Der Verein ist also mehr als eine Einrichtung zur sportlichen Betätigung. Er ist eine wichtige soziale Komponente in jeder Kommune, die den Kindern/Jugendlichen im Idealfall auch die so oft vermissten Orientierungshilfen für das tägliche Leben bietet und sie durch das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gemeinschaft stark macht! Daher fördert und wünscht der Verein das Engagement älterer (auch Jugend-) Spieler in den Jugendmannschaft, wo sie regelmäßig an Trainingseinheiten teilnehmen oder als Trainer/Co-Trainer helfen, das selber Erlernte und Erfahrene weiterzugeben.

Sportliche Infrastruktur

Da in den älteren Mannschaften eine Teamstärke von mindestens 16 Spielern erreicht werden muss, ist es wichtig, möglichst viele Kinder für den Sport zu gewinnen. Vereine können Kinder und Jugendliche zunehmend schwieriger mit den „althergebrachten“ Mitteln erreichen. Die Welt, in der sie aufwachsen, hat sich rasant verändert. Das Fußballspielen ist nur noch eine von vielen möglichen Freizeitbeschäftigungen. Deshalb muss diese wichtige Form der „Sozialarbeit“ so attraktiv wie möglich angeboten werden. Die wesentlichen Faktoren sind dabei die „Sozialarbeiter“ (Übungsleiter) und die „Spielplätze“, auf denen die Kinder/Jugendlichen ihr Hobby ausüben. Der Verein bemüht sich  daher ständig um die Fortbildung seiner Jugendtrainer und hat in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und mit tatkräftiger Unterstützung von Sponsoren stark in die „Infrastruktur“ investiert, so dass den Vereinsmitgliedern neben einem Natur- und einem  Kunstrasenplatz zwei Kleinspielfelder für den Trainings- und Spielbetrieb zur Verfügung stehen. 2010 wurde eine neue Tribüne mit vier Kabinen auf der Walter-Lück-Sportanlage eingeweiht, ein Jahr später das Jugendcafe grundlegend saniert und neu eingerichtet, so dass Sportler nahezu optimale Bedingungen für den Sport, aber auch für das „gesellige“ Beisammensein vorfinden. Auf diese Art gelingt es bisher, genügend Nachwuchs für den Fußball zu begeistern, vor allem aber auch, die Bindung zum Verein auch in den älteren Jahrgängen aufrecht zu erhalten.
Der FV Wiehl 2000 e.V. bietet Kindern, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen in über 20 Jugend- und 5 Seniorenmannschaften die Möglichkeit, Sport zu treiben. Der Vorstand sieht es als seine Aufgabe an, das bisher Erarbeitete zu erhalten und Neues zu schaffen, um auch in Zukunft Menschen die Chance geben zu können, sich in der Gemeinschaft zu betätigen.


Die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen auf und außerhalb des Platzes ist unser oberstes Ziel!


Der Jugendvorstand des FV Wiehl 2000
Wiehl, im Januar 2013


Das Sportliche Konzept der Jugendabteilung des FV Wiehl 2000

Grundausrichtung

Dem „sozialen Konzept“ entsprechend wollen wir keine ängstlichen und eingeschüchterten Kinder ausbilden, die sich nichts zutrauen. Wir wollen bei „unseren“ Jugendlichen viel mehr Ausgelassenheit, Spielfreude, Fußball mit Herz und Begeisterung erzeugen. Also leben wir ihnen das vor bis sie erwachsen sind.

- Offensiv denken! Attraktiven Fußball lehren!
- Wir wollen den Ball, und wenn wir den verlieren, ist das egal! Wir holen den Ball sofort zurück. Der Anspruch ist es, in der Hälfte des Gegners mit 10 gegen 10 zu spielen, Lösungen zu finden und Tore zu schießen.
- "Die beste Verteidigung ist der Ballbesitz!"
- Schulung des offensiven Zweikampfes (Tricks & Finten), wobei hier gilt: Finten ja, Kunststücke nein. Kinder sollen sich im Spiel etwas zutrauen dürfen. Der direkten Zweikampf soll gesucht werden, auch auf die Gefahr hin ihn zu verlieren.
- Ausbildung der Wahrnehmungsfähigkeit mit Blickrichtung Handlungsschnelligkeit im Fußballspiel. Erweiterung der Freude am Spiel und der eigenen Leistungsfähigkeit soll einhergehen.
- Spielintelligenz fördern.
- Technische Grundlagen schulen.
- Entwicklung selbstständiger Lösungsmuster fördern.
- Individualförderung.
- Trainingsspielchen auf kleinen Feldern, schmale Felder fördern das Spiel in die Tiefe.
- Auch für außersportliche Probleme zur Verfügung stehen.
- Der Verein soll für die Spieler und handelnden Personen eine Familie darstellen. Höfliches und respektvolles Miteinander ist eine Grundvoraussetzung.
- Sportliche Weiterbildung der Trainer durch qualifizierte Maßnahmen des Verbandes.



Kinderbereich (Bambini- bis C-Junioren, U6- bis U14-Junioren)

Anfängerbereich (U6- bis U8-Junioren)
- Das Spielen mit dem Ball steht im Vordergrund.
- Der Gegner spielt bei der Vorbereitung auf ein Spiel keine Rolle.
- Keine Festlegung der Kinder auf bestimmte Spielpositionen.
- Viele Kontakte (je mehr desto besser) und Zweikämpfe mit dem Gegner.

Grundlagenbereich I (U9-Junioren)
- Individueller Ballbesitz und das „Hinter dem Ball herlaufen“ ist das Allerwichtigste.
- Erfolgserlebnisse unterstützen die Weiterentwicklung der Junioren in diesem Alter nachhaltig.
- Keine großen Erklärungen, sondern beobachten und vormachen.

Grundlagenbereich II (U10- bis U12-Junioren)
- Lernend erkennen, dass Fußball ein Teamsport ist, in dem jeder eine Aufgabe übernehmen kann (Individualtaktik).
- Entwickeln einer selbstständigen und selbstbewussten Spielweise.
- E-Junioren müssen die Chance erhalten, in Spielsituationen viele Fähigkeiten zu üben und Lösungen zu entdecken.

Aufbaubereich (U13- und U14-Junioren)
- „goldenes Lernalter“ - sowohl im motorischen als auch kognitiven Bereich.
- Koordination und Spielintelligenz lehren.
- Grundlagen für Wettkampfspiele (Individual- und Gruppentaktik).
- Auf engen Räumen spielen lassen, um das Spiel in die Tiefe zu forcieren.
- Durch vereinfachte Fußballform diese Erfahrungswerte vermitteln.


Juniorenbereich (C- bis A-Junioren, U15- bis U19-Junioren)

Leistungsbereich I (U15-Junioren)

- Ausbildung der Wahrnehmungsfähigkeit mit Blickrichtung Handlungsschnelligkeit im Fußballspiel (Einführung in die Mannschaft).
- Einsetzende sportartspezifische Spezialisierung.
-
Technisch-taktische Trainingsinhalte gewinnen an Bedeutung.

Leistungsbereich II (U16- und U17-Junioren)
- Die verschiedenen Druckfaktoren (Zeit-, Präzisions- und Komplexitätsdruck) müssen im Training mit den oben angeführten physischen und psychosozialen Leistungsfaktoren in Einklang gebracht werden.

Leistungsbereich III (U18- und U19-Junioren)
- Bewegungsbeschleunigung und -geschwindigkeit.
- Die Spieler an den Seniorenbereich heranführen.

In allen Altersbereichen soll stets der Ball im Mittelpunkt der Talentförderung stehen!
Die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen auf und außerhalb des Platzes ist unser oberstes Ziel!

Der Jugendvorstand des FV Wiehl 2000
Sportlicher Leiter Junioren und stellv. Jugendleiter / Boris Arndt

Wiehl, im März 2014


Die elf goldenen Regeln des Fußballtrainings

1. Demonstrieren
1x sehen ist besser als 1000x hören, weshalb die Trainer in der Lage sein sollten die Bewegungen in der Slow-Motion vorzuführen (neue Medien funktionieren auch).

2. Beidfüssigkeit
Spitzenspieler müssen in der Lage sein, alle Grundtechniken mit beiden Füssen perfekt zu beherrschen.

3. Wiederholungen
Übung macht den Meister. Ziel im Techniktraining muss es sein, den Spielern möglichst viele Wiederholungen zu ermöglichen.

4. Spaß/Begeisterung/Leidenschaft
Nur wer mit Spaß, Begeisterung und Leidenschaft dabei ist, kann sein volles Potential entfalten. Der Trainer hat eine Vorbildrolle und muss diese Punkte selber ausstrahlen.

5. Methodische Grundsätze beachten
Grundlegende methodische Grundsätze wie „vom Leichten zum Schweren“ oder „Vom Einfachen zum Komplexen“ müssen auch beim Training beachtet werden. Die Wahl der Inhalte sollte sich am kognitiven und motorischen Entwicklungsstand der Adressaten orientieren und methodisch schlüssig aufgebaut sein.

6. Induktive Vermittlung
Der Lernerfolg hängt maßgeblich von der Vermittlungsmethode ab; wer aktiv in den Trainingsverlauf einbezogen wird lernt mehr als derjenige, der passiv konsumiert. Der Trainer lenkt den Lernprozess durch zielgerichtete Fragen.

7. Spielbezug
Das Spiel gibt die Inhalte vor. In einem Techniktraining müssen Elemente und Bewegungen erlernt, geübt und verfeinert werden, die für das Spiel benötigt werden., Bedenke dabei, dass ein Sliding-Tackle genauso eine Technik ist, die beherrscht werden muss, wie der Übersteiger. Taktische und technische Verhaltensweisen können in erster Linie in spielnahen Situationen vermittelt und verstanden werden.

8. Korrekte Ausführung
Alle technischen Elemente und Bewegungen müssen unbedingt richtig erlernt und ausgeführt werden, damit diese im Spiel später unter höchstem Zeit- und Gegnerdruck automatisiert ablaufen. Immer wieder bis zur Perfektion korrigieren!

9. Fördern und Fordern
"
Look at the best, learn from the best, be the best“. Sobald ein Spieler eine Technik beherrscht, muss er neue Aufgaben bekommen bzw. auf höchstem Niveau müssen die Aufgaben in der Komplexität immer weiter gesteigert werden, damit die Spieler sich immer weiter entwickeln.

10. Eigeninitiative/Hausaufgaben
„So lange besser möglich ist, ist gut nicht gut genug“! Wer sich von der Masse abheben will, muss mehr machen als alle anderen und Eigeninitiative ergreifen. Zusätzlich zum Training muss jeden Tag mit dem Ball individuell gearbeitet werden.

11. Selbstvertrauen
Oberstes Ziel des Techniktraining ist es, dass der Spieler sich ständig verbessert, wodurch sein Selbstvertrauen wächst,  ganz nach dem Motto „Ich will den Ball, ich will entscheiden“.