Interview_Tristan_Schneider

Was ist dein persönliches Ziel als Trainer?

Mein oberstes Ziel soll es sein, dass die Jungs gerne und mit Leidenschaft zum Fußball kommen. Das möchte ich vermitteln und vor allem auch vorleben. Natürlich geht es auch darum, die Mannschaft, aber auch jeden einzelnen Spieler weiterzuentwickeln. Meine Philosophie ist es, die Stärken des Einzelnen in den Vordergrund zu stellen und seine Schwächen auf andere Schultern zu verteilen - aber trotzdem an diesen zu arbeiten. Wenn jeder Spieler erkennt, was er kann und vor allem was ein anderer Spieler in gewissen Situationen besser kann, bin ich extrem glücklich.

Das zeigt für mich charakterliche Stärke und Empathie - für einen Mannschaftsport extrem wichtige Eigenschaften und für die Art, wie ich Fußball spielen lassen möchte, unumgänglich. Wir wollen den Ball an den Füßen haben und nicht diesem hinterherlaufen. Ballbesitz und Spielkontrolle möchte ich vermitteln und sind ein weiterer wichtiger Aspekt, den ich mir als Ziel für die Entwicklung der Mannschaft vorstelle. Natürlich möchte ich mich auch als Trainer weiterentwickeln und aus den Fehlern, die ich ganz sicher machen werde, lernen und diese Schritt für Schritt minimieren. Zudem bin ich extrem froh darüber, dass Steven Koch mich als Co-Trainer unterstützt. Seine Meinung ist mir extrem wichtig und hat großes Gewicht.

Was macht den Verein FV Wiehl für dich interessant?

Beim FV bin ich „zu Hause“. Hier habe ich vor ziemlich genau 30 Jahren das Fußballspielen angefangen. Hinzu kommt ein überragendes und organisiertes Umfeld, welches einem alle Möglichkeiten zur Verfügung stellt, um mit Spaß und Erfolg den Fußball leben zu können. Jedes Jahr kommen extrem gut ausgebildete Jungs aus der A-Jugend zu den Senioren. Wer möchte nicht mit so jungen und talentierten Kickern arbeiten?! Hier kann ich mich als Trainer weiterentwickeln und von meinen Trainerkollegen lernen.

Wolfgang Martens und Sascha Mühlmann sind schon lange dabei und ich freue mich auf den gemeinsamen Austausch oder den ein oder anderen Ratschlag. Gleiches Gilt für Ingo Kippels, unter dem ich bereits spielen durfte und den ich sehr schätze. Fachlich, aber vor allem menschlich, beeindruckt er mich extrem. Wo hat man sonst die Möglichkeit, solch erfahrene Trainerkollegen zu haben!

Was hat sich seit deiner ersten Saison als Seniorenspieler des FV Wiehl (Saison 03/04) in Wiehl zu heute verändert?

Alles! Wirklich komplett alles. Es war damals sehr „eingeschlafen“ und der Verein stagnierte. Die Infrastruktur ist mit der von heute nicht mehr zu vergleichen. Das Niveau wurde in jeder Altersklasse extrem gesteigert und wird stetig weiterentwickelt. Es ist nicht hoch genug anzurechnen, dass dieser Erfolg seit einigen Jahren vorhanden ist und vor allem immer weiter ausgebaut wird.

Ich kenne im Jugendbereich (FVM) eigentlich nur noch den FC Hennef, der es auf ähnliche Art und Weise schafft, den Leistungs- und Breitensport zu fördern. Dann kommen aus Leistungssicht schon die Bundesligisten aus Leverkusen und Köln.

Welche Werte und Einstellungen erwartest du von deinen Spielern?

Ich erwarte Fairness den Mitspielern gegenüber! Mache keinen anderen für deine Fehler verantwortlich bzw. zeige nicht mit dem Finger auf Jemanden, wenn er einen Fehler macht. Wir werden alle genug Fehler machen, das gehört zu diesem Sport, genau wie zum Leben, einfach dazu. Ich möchte absolute Leidenschaft und Freude auf dem Platz sehen. Respekt versteht sich von selber und ist unumgänglich. Bei uns wird das Team im Vordergrund stehen und nicht der Einzelspieler. Sollten wir bemerken, dass jemand sich an elementare Dinge nicht hält und hiermit Gleichgewicht der Mannschaft zu sehr stört, werden wir konsequent einschreiten. Da sprechen Steven Koch und ich dieselbe Sprache.

Trotzdem soll jeder seinen Charakter ausleben. Es gibt ein paar Spielregeln und an die gilt es sich zu halten. Ansonsten sollen die Jungs sein, wie sie sind: Verrückt, kreativ und hungrig nach Erfolg. Sie sollen gerne zum Training kommen und sich ausleben. Wenn ein Spieler im Training ein Traumtor schießt, hätte ich es am liebsten, dass die ganze Mannschaft zu ihm läuft und ihn dafür feiert, man sich gemeinsam für ihn freut. Sollte das irgendwann der Fall sein, bin ich extrem glücklich und stolz, denn dann läuft vieles richtig.

Wo siehst du deine Mannschaft und dich in 12 Monaten?

Mein Wunsch ist es, dass wir einige der oben genannten Eigenschaften ausleben und eine erfolgreiche Saison gespielt haben. Vom Tabellenplatz möchte ich es gar nicht abhängig machen, sondern von der Art und Weise, wie wir Fußball spielen: Kreativ, diszipliniert und mit einer riesen Portion Leidenschaft.

Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft und freuen uns auf jedes einzelne Training, um unsere Freunde und Kumpels wiederzusehen und Spaß an dem zu haben was wir lieben - dem Fußballspiel! Für mich selber gilt es, eine Menge Erfahrungen zu sammeln und aus den gemachten Fehlern gelernt zu haben. Ich freue mich auf die extrem junge Truppe und wünsche mir einfach einen harmonischen Umgang untereinander.

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